The
A-Hotel in Berlin!!!
- Verfasst aus der Sicht der Nordlichter Stephie, Yanna, Tatjana und
Leif –
Die Einladung,
die uns dreien in der vergangenen Woche per Mail zugestellt worden war,
suggerierte viel und sollte laut s.Oliver unsere Eintrittskarte in die
Welt der schimmernden Modewellt darstellen. Ließt man die Zeilen
des Konzerns, so könnte man fast vermuten, man würde kurzzeitig
in einem Märchen aus 1001 Nacht landen - mitten drinnen Prinz Wayne
Newton und Königin Anastacia Lyn Newkirk.
Mit dementsprechend hohen Erwartungen strömten wir am Donnerstag,
den 29. März in unsere Hauptstadt Berlin. Um 10:30 Uhr verließen
wir die pulsierende und zukunftsweisend ausgeschilderte freie Stadt
Hamburg in Richtung Autobahn und somit in Richtung Ostblock, pardon,
ich meine natürlich in Richtung unserer Bundeshauptstadt Berlin.
Wir durchquerten kleinere Verkehrssammelstellen, besser bekannt als
Staus, dies allerdings lediglich kurz hinter Hamburg und wieder kurz
vor Berlin. Im Großen und Ganzen verlief unsere Fahrt zügig
und problemlos. Die Sonne schien vor allem den Fontpassagieren Yanna
und Tatjana zu Schaffen zu machen, doch Stephie und ich betrachteten
sie eher als einen himmlischen Leuchtturm, der uns zum Ziel unserer
Träume befördern sollte.
Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir dann die Autobahnausfahrt
Berlin Zoo und wussten sofort, dass wir nun in eine andere Welt eingetaucht
waren, eine Welt aus vollgestopften Straßen, verrückten Passanten,
die mit dem Gedanken durch die Stadt liefen "Mir hatten und haben
immer noch nischt, also zelebrieren wir wenigstens eine Straßenüberquerung
in vollen Zügen".
Darüber hinaus fielen uns sofort potthässliche Häuser
ohne jegliche Baustruktur auf. Sie schienen unkontrolliert wie die Samen
von Unkraut aus dem Boden gestampft worden zu sein.
Trotz dieser ersten eher negativen Eindrücke Berlins ließen
wir uns jedoch nicht beirren und fanden recht schnell und problemlos
unseren Weg zum A-Hotel am Kudamm. Abgesehen vom A-Hotel bestand diese
angebliche Prachtstraße Berlins noch aus einem Burger King Restaurant,
etwa 5 Maredorestaurants auf 500 Metern und leicht verstaubten Fußwegen.
Die geballte Redshirtskraft aus Österreich, die mit einem neunsitzigen
Bus angereist war, hatte die Gegend bereits ausgekundschaftet und konnte
uns somit per Mobiltelefon eine adäquate Parkmöglichkeit nennen,
die sich lediglich ein paar 100 Meter vom A-Hotel entfernt in einer
Tiefgarage befand.
Zunächst entschieden wir vier aus dem hohen Norden uns zu einer
ersten Visite am A-Hotel, wo gerade damit begonnen wurde, den roten
Teppich auszusäen und die ersten "Anastacia by s.Oliver"
Werbebanner bereits in kühlem aber doch intensivem weiß prangten.
Den Mittag sowie Nachmittag verbrachten wir aufgrund eines sehr starken
fast stechenden kalten Windes in Berlin in einem der Maredo Steakhäuser,
wo wir uns kurzerhand als europäische Prüfungskommission für
Kellner dieser Kette betätigten. Wir brachten einer Auszubildenden
die Schweißperlen auf die Stirn, da wir uns durch die immer größer
werdende Gruppe ständig umpositionieren mussten. Nichtsdestotrotz
erhielten wir alle bis auf Angie das was wir bestellt hatten und stärkten
uns somit zunächst mit einem reichhaltigen Mittagessen bevor am
Nachmittag durch einige die Innenstadt sowie die sich in der Nähe
befindlichen s.Oliver Stores erkundet wurden.
Am späten Nachmittag tauchte Wayne kurz am A-Hotel auf und Babs
übergab gemeinsam mit Dagi im Namen des AFC einige Ostergrüße
und ganz im Sinne unserer noch vorhaltenden Laune Schmunzelhasen über
die sich der gut aufgelegte Personenschützer sehr zu freuen schien,
selbst wenn er den Kaloriengehalt dieser Schokoladenfreuden scherzhaft
mit einem Lächeln in Frage stellte und meinte: "I will get
fat, no, fatter!"
Unsere Schaltzentrale blieb im Restaurant, welches sich keine 100 Meter
vom A-Hotel entfernt befand. Im Laufe des Nachmittags strömten
auch die letzten Red Shirts im Maredo ein, sodass wir gegen 18:00 Uhr
endlich in voller Pracht erstrahlen konnten und uns gewiss sein konnten,
dass jeder seinen Weg in die Glanzwelt aus grünem Salatbuffet,
dünnem Kakao und abartig scharfen Chicken Wings gefunden hatte.
Wir verbrachten die Wartezeit bis etwa 20:00 Uhr in mehreren Kleingruppen
und betrieben ein ständiges Wechselspiel, sodass jeder die Chance
bekam, sich mit jedem zu unterhalten. Somit verging die Zeit wie im
Fluge und zur besten Abendzeit war die Ankunft Anastacias am roten Teppich
angekündigt.
Während die Fashionshowgewinner Stück für Stück
hinüber schreiten durften, warteten die Inhaber einer Aftershowzusage
direkt in der Fanecke des roten Teppichs an s.Oliver Bannern. Zunächst
wirkte diese Veranstaltung gut organisiert. Es tauchten immer wieder
freundliche aber autoritäre s.Oliver Mitarbeiterinnen auf, die
vor allem damit beschäftigt waren, die gierende Presse in Schach
zu halten, die sich teilweise mit Kameras, die in etwa die Größe
eines Kleinkindes zu haben schienen widerrechtlich dort positioniert
hatten und uns wertvollen Freiraum nahmen.
Der rote Teppich selbst wirkte offengestanden ein wenig wie ein billiges
bereits des Öfteren benutztes Imitat aus Fernost und wurde von
zahlreichen starken Scheinwerfern und Lichtspots ausgeleuchtet. Im Laufe
des Abends schritten dort Möchtegernfernsehgrößen aus
dem Vorabendprogramm entlang, die über den roten Teppich stolzierten,
als würden sie von einer Seifenoperlauge daran gehindert zu werden,
sich vernünftig zu präsentieren.
Das erste Mal fiel uns auf, wie berechnend einige Personen dort aufgeschlagen
waren, einzig und allein deshalb, weil sie sich wieder in das Stadtgespräch
Berlins einbringen wollten. Hinter den Bannern stand auf der linken
Seite die versammelte Presse, während die Fashionshowgewinner im
Foyer des A-Hotels warteten und sich ein weiterer Teil von uns rechts
in der Fanecke des roten Teppichs versammelt hatte.
Es war äußerst amüsant zu sehen, wie die Presse nahezu
jeden ins Visier nahm der auch nur ansatzweise als Prominenter oder
Möchtegernprominenter zu identifizieren war. Sobald dieser Personenkreis
das Innere des A-Hotels betreten hatte, ging die große Fragerei
im Stile von "Sagt mal, wer war das gerade eigentlich?" los.
Auch wir stellten uns nicht viel besser an und vor allem Christian und
ich fragten uns aufgrund mangelnder Vorabendserienerfahrung immer wieder,
wer nun gerade darum gebettelt hatte ein Autogramm schreiben zu dürfen.
Ich werde mal ein paar Namen der anwesenden Prominenz nennen, die mir
noch im Gedächtnis geblieben ist: Starfrisör Udo Walz mit
Moderatorin Ulla Kock am Brink, der Duden auf zwei Beinen, Kader Loth,
Janine Reinhardt, Schauspieler Sven Martinek ("Der Clown"),
Rea Harder sowie diverse weitere GZSZ Schauspielschüler, die mir
nicht im Gedächtnis geblieben sind. Darüber hinaus gab sich
auch noch eine der bereits ausgeschiedenen Möchtegernmodels von
Heidi Klums Casting Show "Germanys Next Topmodel" die Ehre.
Um etwa 21:15 Uhr stieg die Hektik am roten Teppich. Auf der Straße
hatte sich bereits ein riesiger offener Kamera LKW platziert, die Autogrammjäger
hinter uns begannen langsam damit, ihre Stimmen zu erheben und ihre
volle Körperbreite auszunutzen und die Königin Anastacia fuhr
mit einem prunkvollen weißen Oldtimer, aus der englischen Kolonialzeit
stammend, vor. Sie trug ein elegantes schwarzes Kostüm, bestehend
aus einem schwarzen sportlich eleganten Rock, weißem Gürtel,
der den perfekten Kontrast zum Rock bot und einem leicht schimmernden
Oberteil.
Wayne wirkte in seinem sportlichen karierten Hemd ein wenig wie ein
Holzfäller uns musste eben diese Mentalität auch anwenden,
um die leicht panisch wirkenden Fans und sehr aufdringliche Presse in
Schach zu halten. Ich selbst staunte nicht schlecht, als ich erkannte,
wie er eine Pressemeute aus mindestens 5 Personen samt Kameras, die
sich auf dem roten Teppich befanden mit einem taktisch klug positionierten
Schritt zurückdrängte. Man erkannte währenddessen eindeutig
sein hohes Maß an Professionalität und er behielt trotz des
großen Geschreis und Gedränges jederzeit den kompletten Überblick.
Einige von Euch werden jetzt denken, dass dies natürlich sein Beruf
ist, aber mich hat es dennoch beeindruckt, weil er diese Tätigkeit
zwar hochkonzentriert ausführte, aber es dennoch leichtgängig
wirkte. Bei all seinen Aktionen behielt er jedoch immer seine britische
Höflichkeitsmentailität und gerade dieser gekonnte Spagat
zwischen beiden Faktoren ist immer wieder faszinierend zu betrachten.
Anastacia ließ sich unterdessen nicht beirren und gab in etwa
5 Minuten diverse Interviews und Autogramme, die jedoch wiederum von
Wayne sorgfältig beobachtet und separiert wurden, sodass vor allem
kommerziell interessierte Autogrammjäger kaum auf ihre Kosten kamen.
Nach wie vor wirkte das Event für Außenstehende vernünftig
organisiert, denn die Verspätung der Frau des Abends war vorprogrammiert.
Die Aftershowkartengewinner verbrachten die letzte knappe Stunde vor
dem Einlass wieder im Maredo und erst als uns erste Anrufe aus dem Inneren
des A-Hotels erreichten, ahnten wir das erste Mal, wie übel die
Organisation dort drinnen sein musste. Die Laufstegspräsentation
wurde recht schnell über die Bühne gebracht und die Gewinner
dieser Eintrittskarten quer durch das A-Hotel vom ersten Stock in das
Erdgeschoss gescheucht.
Aus einem geplanten Einlass zur Aftershowparty um 22:00 Uhr wurde durch
die Verspätung Anastacias circa 23:00 Uhr. Wir fanden uns allesamt
wieder am roten Teppich ein und durften zunächst beobachten, dass
weitere "Prominente" bzw. die die sich dafür hielten
Einlass gewährt wurde, während die Gewinner der Internetaktion
sich wieder bis auf Weiteres in der Fanecke platzieren sollten, es hieß
nämlich die Namen seien nicht auf der Gästeliste.
Zahlreiche Minuten waren verronnen bis Babs auf dem roten Teppich auftauchte
und die leicht überfordert wirkenden s.Olivermitarbeiterinnen aktiv
um ihre Mithilfe bat, die uns dann glücklicherweise gewährt
wurde. Es tauchte eine weitere Gästeliste auf und so wurden wir
nun von der Fanecke aus über den roten Teppich gelotst und auf
dieser Lliste abgehakt. Durch die Hektik verflog zwar das versprochene
Gefühl des "über den roten Teppich gleitens" doch
zu diesem Zeitpunkt freuten wir uns noch allesamt auf das, was uns im
Inneren erwarten sollte und nahmen die Tatsache des vollkommenen Durcheinanders
am roten Teppich gelassen.
Hatte man den roten Teppich überquert, gelangte man, einen dekorativ
platzierten Portier passierend, durch in Milchglasoptik gestaltete Eingangstüren
auf denen das große charakteristische A der Kollektion prangte
in das Innere des "Hotels". Linksseitig ging man an einer
geschmackvoll gestalteten Rezeption vorbei und schritt nun durch eine
prunkvolle Eingangshalle, die mit "Anastacia by S Oliver"
Großportraits des aktuellen Fotoshootings behangen war. Diese
Portraits befanden sich in riesigen Bilderrahmen und wirkten somit so,
als seien es kostbare Kunstwerke.
Als nächstes ging man über eine Art Laufsteg, der mit weißem
marmorähnlichem Untergrund bestückt war. Links und rechts
davon befanden sich kleine Lounges sowie indirekte Beleuchtung, die
sekündlich ihre Farbe veränderte und so positioniert worden
war, dass für das Auge eine perfekte optische Täuschung realisiert
wurde. Die toten Ecken des Raumes wurden dadurch völlig retuschiert
und somit wirkte das gesamte Ambiente äußerst stimmig.
Hatte man das Ende dieses Laufstegs erreicht, befand man sich direkt
vor einer vornehmen kleinen Bar, die zahlreiche Cocktails zum Nulltarif
und alkoholfreie Getränke anbot, die jedoch bis auf einige wenige
Fahrer und mich nahezu niemand zu trinken schien. Als ich eine Cola
bestellte, musste sich der ausschenkende Barbedienstete zunächst
bei seiner Kollegin erkundigen, ob sie diese überhaupt im Angebot
hätten. Diese verwies dann mit einem milden Lächeln auf den
Kühlschrank im Hintergrund.
Bepackt mit Getränken bog man nun einmal scharf rechts ab und gelangte
dadurch in den Hauptbereich des A-Hotels, bestehend aus einer großen
Fläche mit schwarzem gummierten Fußboden, einer kleinen Bühne
auf der ein seltsamer DJ nebst Assistent sein Unwesen trieb und weiteren
Bars, sodass niemand von uns verdurstet wäre.
Auf der linken Seite, etwa in der Mitte des Raumes befand sich eine
Küche aus der im Sekundentakt Kellner mit kleinen Häppchen
hinaus strömten.
Uns wurden im Laufe des Abends die für Berlin charakteristischen
lauwarmen Currywürste, die in kleinen Gläsern nebst Holzstäbchen,
sowie Fleischbällchen und kleine "Berliner" mit Marmeladenfüllung
serviert. Man könnte nun kurzzeitig vermuten, dass diese Veranstaltung
eine Veranstaltung von Kannibalen war, aber diese "Berliner"
waren natürlich keine Körperteile der Einwohner der gleichnamigen
Stadt mit Marmeladenfüllung sondern Teigwaren nebst süßem
Inhalt.
Anastacia befand sich während des gesamten Abends abgeschirmt vom
Trubel in einem VIP Bereich im ersten Stock. Gegenüber der Küche
befand sich ein Treppenaufgang, der hinauf in diesen Bereich führte.
Oben gab es wiederum eine Bar und eine Gallerie von der aus die Inhaber
sog. Backstagepässe, zu denen wir jedoch alle nicht gehörten,
hinunter in die große Menge blicken durften.
Eine ausgelassene Stimmung sollte inmitten der riesigen Menschentraube
nicht aufkommen. Dazu waren zu viele Menschen anwesend. Darüber
hinaus fehlte eine geordnete Struktur im Hauptbereich des A-Hotels und
in letzter Instanz natürlich auch die Frau des Abends, Anastacia,
sowohl gänzlich auf den Plattentellern als auch in präsentierender
Form auf der Bühne oder zumindest im Erdgeschoss der Erdlinge im
Hotel.
Unsere Müdigkeit wurde bis etwa 00:30 Uhr nachts durch die nach
wie vor vorhaltende Erwartungshaltung in Schach gehalten. Wir hofften,
dass Anastacia sich uns noch zeigen würde, wurden jedoch auf eine
lange Geduldsprobe gestellt, die sich bis zur Unendlichkeit zu erstrecken
schien. Anastacia trieb die Spannungskurve wiedereinmal gekonnt auf
die Spitze und tauchte letztendlich doch in den ersten Stunden des sich
mit großen Schritten nährenden Freitags kurzzeitig auf der
kleinen DJ Bühne auf. Sie tauchte aus dem Nichts auf und fragte,
da die Meisten mit dem Rücken zu ihr standen und erwarteten, sie
würde feierlich die Treppe hinunter schreiten, ob alle Anwesenden
bereits betrunken wären? Dieser Auftritt wirkte jedoch eher, als
müsste sie ihr Pflichtbewusstsein zufrieden stellen. Sie bedankte
sich bei den Fans für das Erscheinen in Berlin und bei den leitenden
Organisatoren der Veranstaltung für ihren Einsatz. Was dabei jedoch
auf der Strecke blieb, war ihre geschätzte Menschlichkeit, denn
die Ablesementalität ist eigentlich niemand von uns von Seiten
Anastacias gewohnt.
Der Fanfamilienfaktor blieb größtenteils auf der Strecke,
sodass sich der österreichische Bus um circa 02:00 Uhr wieder in
Bewegung gen Süden setzte. Eine halbe Stunde später nahm Wayne
ein Bad in der Menge, unterhielt sich eine Weile im Erdgeschoss mit
den wartenden Fans und nahm auch Präsente für Anastacia entgegen.
Er war sehr gut gelaunt, zu Späßen aufgelegt und gab sich
wirklich Mühe, auf die teilweise enttäuscht wirkenden Gesichter
ein Lächeln zu zaubern. Er zeigte somit wieder einmal eindrucksvoll
sein wahres Gesicht hinter der Beschützerfassade, denn Anastacia
war während seines Rundgangs im VIP Bereich in Sicherheit und schien
Interviews zu geben. Schockierend wirkete sich auf mein Gemüt jedoch
das Verhalten eines Großteils der Fans aus, welches mir auf unmissverständliche
Art und Weise verdeutlichte, weshalb Anastacia davon absah, ein Bad
in der Menge zu nehmen. Kaum vernahmen sie auch nur einen Hauch von
ihr, schienen diese Menschen zu gierigen Geiern zu mutieren, sodass
Anastacia im Falle einer Massenvisite auch die letzte Privatsphäre
genommen worden wäre.
Doch nicht nur deshalb fühlten wir uns allesamt nicht wohl im A-Hotel.
Was uns begleitete war kein wahrhaftiges Gefühl der Enttäuschung,
sondern eher eine Mixtur aus leichten Enttäuschungsfaktoren, dem
Gefühl sich zur falschen Zeit am falschen Ort zu befinden und einem
Schock über das Verhalten verschiedener Personengruppen, angefangen
bei der unverschämten Presse, berechnenden fast skrupellos wirkenden
Prominenten, die eher durch Oberflächlichkeit als durch Persönlichkeit
auffielen und aufgehört bei Fanfamilienmitgliedern, die jeglichen
Anstand zu Hause gelassen zu haben schienen. Selbst in dieser Welt des
Glamours ist also bei Weitem nicht alles Gold was nach außen so
sehr zu glänzen scheint sondern scheinen die Menschen eher gesteuerte
Medienmaschinen zu sein.
Dieses Gesamtbild führt mich zu einem eher negativen Fazit, das
da heißt:
„In kommerzieller Hinsicht stur und professionell durchgeführte
Veranstaltung, der es jedoch an Wärme, Herz und Emotion fehlte.“
Im Laufe des heutigen Freitag Vormittags trudelten wir Nordlichter auch
wieder in der Heimat ein nachdem wir eine orientierungslose treibende
Fahrt durch die Abgründe Berlins hinter uns gebracht hatten, die
durch nicht vorhandene oder grauenhafte Beschilderungen in Erinnerung
bleiben werden.
Ein Dank geht trotz allem an S. Oliver für das Ermöglichen
dieses Erlebnisses. Uns allen wurde auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht,
dass hinter den so pompös wirkenden Kulissen auch nur Menschen
am Werk sind und dies ist für uns alle mit Sicherheit eine wertvolle
Erfahrung, denn wenn wir alle ehrlich sind, haben wir etwas undefinierbar
beeindruckendes erwartet und wurden nun eines besseren belehrt.