Anastacia
bei Olympia in Turin
Gestärkt
und einigermaßen fit nahmen wir die von Babs mitgebrachten Styroporplatten
aus dem Auto um uns für die kalten Morgenstunden vor dem Ticketbüro
zu wappnen. Christian und Sonja kamen auch bald an und wir trafen uns
am Piazza San Carlo. Ich ging eine Runde um den Platz zu erkunden. Mir
fielen die äußerst freundlichen Carabineris auf. Sie fragten
mich auf italienisch etwas. Ich jedoch verstand kein Wort. Einer der
Männer konnte englisch also fragte ich ihn ob er mit den Aushang
übersetzen könnte, denn der Wortschatz unserer gesamten Mannschaft
war eher begrenzt. Das war unser Glück, denn die Kartenverteilung
wurde ins andere Office verlegt. Wir marschierten also auf schnellstem
Wege zu dem besagten Platz.
Beim Medals Plaza angekommen machten wir es uns so gut es ging trotz
der Kälte gemütlich. Es waren erst Zwei vor uns da, aber es
war ja auch erst halb 5. Nach und nach gesellten sich einige Italiener
zu uns. Um 10:00 Uhr sollten wir dann endlich eine Nummer bekommen mit
der wir dann um 14:00 Uhr unsere Tickets abholen konnten.
Dank unseres Durchhaltevermögens waren wir bei den ersten die die
Nummer bekamen. Diese Hürde war geschafft. Wir vergönnten
uns eine kurze Verschnaufpause von der Warterei und gingen zurück
zum Auto. Markus, Steph, Angie und Hans waren auch schon unterwegs.
Endlich 14:00 Uhr. Die Spannung stieg. Die Tickets waren uns schon fast
sicher. Wir standen allerdings in der falschen Warteschlange. Babs war
jedoch wieder mal unsere Rettung. Es ging in geordneten Bahnen und wir
6 bekamen wirklich den Nummern nach jeweils zwei Karten.
Doch damit war das Warten noch lange nicht vorüber. Allerdings
war es jetzt bedeutend wärmer geworden. Nun waren alle beisammen,
insgesamt 10 Leute von unserem Fanclub. Die Vorfreude war riesig als
wir dann unsere Tickets verteilten.
Als wir dann die ersten Töne des Soundchecks hörten, waren
wir alle euphorisch… Die Zeit verging dann sehr schnell bis der
angesagte Einlass um 18:00 Uhr näher kam. Wir standen vor den Schleusen
zum Medals Plaza ganz vorne als es plötzlich hieß der Einlass
wäre wo anders. Suchend liefen wir in die besagte Richtung. Diesmal
waren wir allerdings von den zuvor so freundlichen Carabineris schwer
enttäuscht. Es fehlte nicht viel und sie hätten in die wartende
Menge geschlagen. Was sag ich hätten, sie haben! Es war wirklich
eine Gefährdung der Sicherheit wie die sich benahmen. Wir waren
schockiert. Gott sei Dank passierte nichts Gröberes.
Nach genauer Kontrolle durften wir dann hinein. Carmen hatte das Glück
ganz vorne weg zu laufen und sich einen Platz in der ersten Reihe zu
sichern.
Als sich der Platz gefüllt hatte begann auch schon eine italienische
Folkloregruppe und danach eine etwas heftigere Gruppe namens Linea 77
zu spielen.
Anschließend fing die Medaillenvergabe an. Die Emotionen wogten
hoch als Italien eine Goldmedaille erhielt. Ich freute mich mit ihnen!
Wir hatten ja auch eine Österreichflagge mit, die war auf der Videowall
oft zu sehen und sah richtig bombastisch aus im Vergleich zu den vielen
kleinen italienischen Fähnchen. Ich hab sie geschwungen so oft
es ging, rings um mich herum amüsierte ich alle. Man hätte
meinen können wir hätten gewonnen.
Endlich war es 21:00 Uhr und unsere Anastacia wurde angekündigt.
Yogi war einer der ersten den wir auf der Bühne sahen. Brandon
und Cindy sichteten wir auch bald. Ich schaute zum Schlagzeug hinauf
und meinte Shawn kurz gesehen zu haben die noch etwas hereinbrachte.
"The Voice" war zu hören und die Menge begann zu kochen
als Ana die Bühne betrat. Es war fulminant ihren stimmgewaltigen
ersten Song an diesem Abend zu hören - "Paid my dues".
In der Mitte des Zuschauerraumes war eine Absperrung, auf der linken
Seite der Bühne waren die Angehörigen und Betreuer der Medalliengewinner
und die Presse und auf der rechten Seite standen wir. Anastacia gratulierte
den Gewinnern, meinte aber dass wir die Gewinner wären wegen den
Tickets die wir uns so hart erkämpft hatten. Wie recht sie ja hatte…
Sie begrüßte uns auf herzlichste und schlug gleich vor näher
ans Publikum zu treten. Wir waren natürlich begeistert und sie
stieg im wahrsten Sinne des Wortes zu uns herunter. Bei "In your
eyes" kamen uns fast die Tränen. Es war sehr emotional. Sie
drückte einige Hände, auch die von Carmen, sie war hin und
weg. Wir standen leider etwas seitlich hatten sie aber dennoch gut im
Blick. Ana war sehr gut drauf und scherzte. Sogar ein paar italienische
Worte kamen ihr über die Lippen. Und das haben wir dann auch verstanden
*grins*
Jeder von uns versuchte schöne Fotos und Videos zu machen. Ihr
werdet sie dann in unserer Galerie finden. Es war so schön, wir
vergaßen die ganzen Mühen wegen der Tickets und waren einfach
nur glücklich sie zu hören und zu sehen. Sie war total hinreißend
in ihrem getigerten Kleidchen und ihren dunkelgrünen hohen Stiefeln.
Dann folgte auch noch "We are family", wie auch schon in Amsterdam.
Sie sang zu uns herunter und wir sangen lautstark mit. Die Coverversion
von "Dream on" gab Anastacia auch zum Besten. Wir jubelten
enthusiastisch mit.
Nach "Left outside alone" wollte sie sich schon verabschieden,
viel zu früh. Die Menge rief nach Zugabe. Und sie kam noch mal
zurück und wir konnten uns noch über "I’m outta
love" freuen.
Ana verabschiedete sich leider dann wirklich und verschwand an der Hand
von Wayne hinter die Bühne. Tony und Yogi warfen noch einige Plektren
in die Menge. Ich hatte das Glück eines von Tony zu fangen.
Unser nächster Weg führte uns zu den Backstage Eingängen.
Babs hatte nämlich gleich nachdem Yogi von der Bühne gegangen
war einen Anruf von ihm bekommen, und er hatte ihr mitgeteilt dass er
hinten auf uns warten wird. Und er kam auch! Er übergab Babs die
CD’s und schrieb auch gleich ein paar Widmungen hinein. Waren
wir happy… Babs übergab ihm dann noch in einem "Moment
der Zweisamkeit" das Geschenk von Jessi für Ana und den Anhänger
für Shawn. Yogi fragte nach ob wir am Samstag noch da wären
weil wir uns ja noch mal treffen könnten. Wir verabschiedeten uns
von ihm und gingen dann noch was essen.
Wir waren alle glücklich!
Nach dem Essen verabschiedeten wir uns von Markus, Steph, Hans und Angie.
Der Rest unserer Truppe ging zum Auto. Jetzt erst bemerkten wir die
Müdigkeit. Im 50 km entfernten Hotel kamen wir um 2:30 Uhr an.
Froh über ein Bett schliefen wir tief und fest.